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Goethes Italienische Reise

Eine Hommage an ein Land, das es niemals gab
Heute geschlossen

Italien, „das Land, in dem die Zitronen blühen“, bildet seit Jahrzehnten eine Projektionsfläche für die Sehnsüchte von Reisenden aus dem Norden. Die „dolce vita“ lässt von Genuss und Qualität ebenso wie von einem entschleunigten Leben fernab nordeuropäischer Geschäftigkeit träumen – ein Selbstbild, das ebenso konstruiert ist wie die Idealisierung des Südens. Die „Italienische Reise“ von Johann Wolfgang von Goethe Ende des 18. Jahrhunderts steht am Beginn einer enormen Bildproduktion, die dann vor allem ab dem 19. Jahrhundert die touristische Vorstellung von Italien geprägt hat. Goethes Reise unterschied sich von vergleichbaren Unternehmungen seiner Zeitgenossen, weil sie nicht nur eine künstlerische Auseinandersetzung mit dem fremden Land, sondern auch die literarische Aufbereitung eines Selbstfindungsprozesses darstellte. Heute würde man diese Fahrt wohl als „Selbstfindungstrip“ bezeichnen, durch den Goethe, der vielbeschäftigte Minister, seine Kreativität wiederfinden wollte. Lange nach seiner Rückkehr veröffentlichte Goethe seine Erlebnisse in Form eines Tagebuches.

Der Dichter nahm das Land immer durch die Brille der Kunst wahr. Er schrieb seine Gedanken in vielfältigen Formen nieder und bezog sich auf hochkarätige Gemälde. Im Kreise der Kunstschaffenden in Rom versuchte er zudem, seine eigenen Zeichenkünste zu optimieren. Einige der damals entstandenen Werke sind in der Ausstellung zu sehen. Jene Künstlerinnen und Künstler, mit denen er im Austausch stand, werden ebenfalls präsentiert: Bei dem in Rom und Neapel lebenden Jakob Philipp Hackert erhielt Goethe künstlerischen Unterricht, Johann Heinrich Wilhelm Tischbein war ihm ein treuer Reisebegleiter. Mit dem Gemälde „Goethe in der Campagna“ schuf dieser eine zeitlose Ikone der Italienreise. Angelika Kauffmann setzte Goethes Gedichte zu den Dramen „Iphigenie auf Tauris“ und „Egmont“ bildlich um. Ergänzt wird die kunsthistorische Perspektive durch zeitgenössische Fotokunst von Barbara Klemm und Gianni Berengo Gardin, die einen sehr persönlichen bis kritischen Blick auf ein touristisch strapaziertes Land werfen.

Kurator*innen & Gestaltung

Prof. Dr. Johannes Ramharter
Ausstellungsgestaltung: ma.lo architectural office – Eva López, Markus Malin
Ausstellungsgrafik: himmel. Studio für Design und Kommunikation – Kurt Höretzeder, Thomas Schrott
Ausstellungssujet: Tiroler Landesmuseen, Marketing & Kommunikation

Termine zur Ausstellung

MIT FREUNDLICHER UNTERSTÜTZUNG VON: